Über Ästhetische Forschung
Lektüre zu Texten von Helga Kämpf-Jansen

Manfred Blohm / Christine Heil / Maria Peters / Andrea Sabisch / 
Fritz Seydel (Hrsg.)

Band 5 der Schriftenreihe Kontext Kunstpädagogik, , München 2006, 216 Seiten mit CD-ROM ISBN-10 3-938028-65-3 ISBN-13 978-3-938028-65-3
18,80 €

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Mit dem Ansatz der Ästhetischen Forschung hat Helga Kämpf-Jansen ein Konzept in den kunstdidaktischen Diskurs eingebracht, das das Fach nachhaltig beeinflusst. Ästhetische Forschung schließt an erziehungswissenschaftliche Konzeptionen des forschenden Lernens an, erweitert die Inhalte und Methoden des Faches Kunst und fordert neue Fachstrukturen. Gleichzeitig stellt es Fragen nach den Organisationsformen von Schule überhaupt und mischt sich in den Streit um die Zukunft der Institution ein. Wer mit Schülerinnen und Schülern oder auch mit Studierenden ästhetische Forschungsprozesse in Gang setzen will, wird zwangsläufig die Lehr- und Lernbedingungen an Schule und Universität mitreflektieren und in Frage stellen müssen. Helga Kämpf-Jansen hat das Konzept „Ästhetische Forschung“ über viele Jahre entwickelt und erprobt. Frageperspektiven und Denkhaltungen, die sie heute in dem Konzept darlegt, durchziehen bereits ihre frühen Texte.

Das vorliegende Buch „Über Ästhetische Forschung. Lektüre zu Texten von Helga Kämpf-Jansen“ versucht diesen Spuren ästhetischer Forschung in verschiedenen früheren Texten Helga Kämpf-Jansens nachzugehen. Auch wenn das Verfahren der Ästhetischen Forschung hier noch nicht begrifflich gefasst wird, sind die unterschiedlichen Gedankenstränge des Konzeptes bereits in ihren Texten zur Alltagsästhetik oder zu Genderfrage angelegt. – Gleichzeitig handelt das Buch von der Lektüre der Texte Helga Kämpf-Jansens. Die Autorinnen und Autoren setzen sich mit den Texten in unterschiedlichen Perspektiven aus ihren jeweiligen Denk- und Arbeitszusammenhängen auseinander. Die Herausgeberinnen und Herausgeber haben bewusst Vertreter unterschiedlicher Generationen von Didaktiker/innen um eine Re-Lektüre gebeten.

Das Buch ist so als Textsammlung zu verstehen, in der verschiedene Sicht- und Schreibweisen aufeinander treffen: bezugswissenschaftliche und fachdidaktische, poetische, dialogische oder zunächst in gesprochener Sprache verfasste, die auf Eröffnungsreden anlässlich zweier Ausstellungen von künstlerischen (Forschungs-)Arbeiten Kämpf-Jansens basieren. Das Verknüpfen solch unterschiedlicher Perspektiven in einem Buch entspricht gleichzeitig der Herangehensweise von Helga Kämpf-Jansen. Auch für sie ist wissenschaftliche Arbeit eng mit der eigenen künstlerischen Arbeit verbunden. Kämpf-Jansen versteht sich selbst als ästhetisch-forschende Künstlerin. Einige Abbildungen in diesem Buch verweisen darauf.

Die sechs Kapitel des Buches beziehen sich in ihrer Struktur zum einen auf Aspekte des Konzeptes der Ästhetischen Forschung, auf Dinge, Räume und Orte. Zum anderen fassen sie unterschiedliche Perspektiven auf das Konzept zusammen: die Innensicht von Schule und Hochschule, den Blick von außen, die Genderperspektive oder die Perspektive zur Ästhetischen Forschung Forschender.

Auf einer beiliegenden CD: Originaltexte von Helga Kämpf-Jansen, darunter auch der vergriffene Text des Buches »Ästhetische Forschung. Wege durch Alltag Kunst und Wissenschaft. Zu einem innovativen Konzept ästhetischer Bildung« aus dem Jahr 2000/2001.

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung der Herausgeber/innen:
Über Lektüren

Hermann Ehmer:
Das unordentliche Kind. Laudatio für Helga Kämpf-Jansen.


Dinge

Fritz Seydel:
Knöpfe und immer wieder Knöpfe. Fragmente eines biografischen Gesprächs

Helmut Hartwig:
Der geliehene Blick. Über Spazierstöcke, Fleiß, Faulheit und über verschwun-dene Hüte


Reflexionsfeld Schule und Hochschule

Maria Peters, Mareike Heinisch, Iris Natorp:
„Das Selbstverständliche bezweifeln“. Produktive Verknüpfungen zwischen Hochschulseminar, Praktikum und Schulunterricht zur Ausbildung einer ästhetisch-forschenden Haltung.

Iris Kolhoff-Kahl:
Tierische Infizierungen. Von Hunden, Katzen und Vögeln, aber auch von Jungen, Mädchen und Studierenden

Anja Neisemeier:
Von der Last kunstpädagogischer Versprechen und der Lust, an sie zu glauben

Marie-Luise Lange:
Kunstpädagogik muss ihn hörbar machen – „den essenziellen Klang eines jeden“

Manfred Blohm:
Grenzgänge und Grenzüberschreitungen. Gedanken über Erweiterungen des Konzeptes Ästhetischer Forschung


Gender

Adelheit Sievert:
Eva und Adam. Lieblingsdinge, weibliche Ästhetik, Mädchenästhetik, Mädchenkultur und ästhetische Forschung

Marc Fritzsche:
Jungenästhetik – war da was?

Wolfgang Legler:
He-man und Barbie als Gegenstand Ästhetischer Forschung? Persönliche Erfahrung und „emanzipatorischer Unterricht“


Raum und Orte

Uli Puritz:
Der Raum als Bild

Christiane Brohl:
Andere Orte im öffentlichen Raum als Gegenstand Ästhetischer Forschung. Ortserforschungen und Ortskonstruktionen


Blicke von außen

Ursula Brandstätter:
Über musikalische Dinge. Drei Thesen zur Ästhetischen Forschung befragt aus dem Blickwinkel einer Musikpädagogin

Daniela Hammer-Tugendhat:
Himmel – Hölle

Erdenleben. Ein Barock-Ensemble von Helga Kämpf-Jansen

Gerhard Hard:
Heimat-Wälder. Ein Wald-Ensemble von Helga Kämpf-Jansen

Nikolaus Risch, Rektor der Universität Paderborn:
Grußwort


Forschungsperspektive

Andrea Sabisch:
„Am Anfang steht eine Frage“. Das Tagebuch in der Ästhetischen Forschung

Andreas Brenne:
„Ästhetische Forschung – Revisited“. Gedanken über ästhetisch-künstlerischen Strategien zur Erforschung von Lebenswelt.

Christine Heil:
Bezugnahmen auf Kunst erforschen. Wie sich ein Reservoir ästhetischer Möglichkeiten in der kartierenden Auseinandersetzung bilden kann.


Originaltexte (den einzelnen Kapiteln zuzuordnen)

Text von Helga, frühe Fassung 1999/2000

Thesen von Helga - aus ihrem Buch "Ästhetische Forschung"

Ästhetische Forschung. Aspekte eines innovativen Konzeptes ästhetischer Bildung. In: Blohm (Hg.): Leerstellen. Köln 2000, S. 83-114. Text von Helga aus dem Leerstellenbuch - mit Bildern der Studis aber ohne Künstlerbilder

„Gänseblumen, Wiesenschaumkraut und die Erfahrung aktueller Kunst“. In: Grundschule, Westermann Braunschweig 11/1998 /

He-man wird Vater und Barbie wird Bildhauerin. In: Feminin – Masculin. Friedrich Jahresheft VII, Seelze 1989. S.124-129.


Angaben zu den Autoren und Autorinnenkopaed.de Über Ästhetische Forschung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

dliche Wahrnehmung
1.2.2 Imagination und Fantasie
1.2.3 Zur kognitiven Entwicklung
1.2.4 Zur Bedeutung von Emotionen
1.2.5 Zur Rolle symbolbildender Fähigkeiten

1.3 Soziale Entwicklung
1.3.1 Die Rolle sozialer Faktoren für die individuelle Entwicklung
1.3.2 Die Herausbildung sozialer Kompetenzen

1.4 Persönlichkeitsentwicklung
1.5 Kinder und ihre Lebenswelt
1.6 Fazit: Kindliche Rezeptionsfähigkeiten


2 GRUNDSCHULSPEZIFISCHE KUNSTREZEPTION

2.1 Kunstrezeption – ein Problemaufriss
2.1.1 Zum Kunstbegriff
2.1.1.1 Moderne Kunst versus historische Kunst?
2.1.1.2 Zum Verhältnis von Kunst und Ästhetik
2.1.2 Zum Rezeptionsbegriff
2.1.3 Kunstwerk und Rezipient
2.1.4 Zum Rezeptionsprozess
2.1.4.1 Inhalt und Form
2.1.4.2 Wahrnehmung
2.1.4.3 Erleben und Erkennen
2.1.4.4 Verstehen und Interpretieren
2.2 Kunstwissenschaft – (Kunst-)Pädagogik – Grundschule
2.2.1 Kunstwissenschaftliche versus kunstpädagogische Methoden?
2.2.2 Potenziale kunstwissenschaftlicher Methoden für eine grundschulspezifische Kunstrezeption
2.2.2.1 Formalanalytische und formgeschichtliche Methoden
2.2.2.2 Ikonographische und ikonologische Methoden
2.2.2.3 Hermeneutische Methoden
2.2.2.4 Rezeptionsästhetische Methoden
2.2.2.5 Die Methoden der New Art History – ein Ausblick
2.2.3 Spielerisch-handlungsorientierte und experimentelle Zugänge zur Kunst
2.3 Kunstrezeption in der Grundschule
2.3.1 Zur Auswahl der Kunstwerke
2.3.2 Zur Verschränkung rezeptiver und künstlerisch-praktischer Zugänge zur Kunst
2.3.3 Phasen des Rezeptionsprozesses
2.3.3.1 Einstiegsphase
2.3.3.2 Vertiefte Rezeption
2.3.3.2.1 Analyse der Formelemente und deren Wirkung und Bedeutung
2.3.3.2.2 Interpretation
2.3.3.3 Transformationsphase

2.4 Zusammenfassung


3 EMPIRISCHE STUDIE ZUR AUSEINANDERSETZUNG VON SECHS- BIS ELFJÄHRIGEN KINDERN MIT MODERNER KUNST

3.1 Entwicklung und Begründung des Forschungsdesigns

3.2 Thesen

3.3 Zur Auswahl der Kunstwerke
3.3.1 Thomas Florschuetz
3.3.1.1 Die Tableaus
3.3.1.2 Didaktische Potenziale
3.3.2 Felix Gonzalez-Torres
3.3.2.1 Candy Pieces
3.3.2.2 Didaktische Potenziale
3.3.3 Roman Opalka
3.3.3.1 "Opalka 1965/1 - ∞"
3.3.3.2 Didaktische Potenziale
3.4 Struktur und Ablauf der empirischen Studie

3.5 Erhebung, Fixierung und Aufbereitung des Materials

3.6 Ergebnisse der empirischen Studie
3.6.1 Unterrichtssequenz zu Thomas Florschuetz
3.6.2 Unterrichtssequenz zu Felix Gonzalez-Torres
3.6.3 Unterrichtssequenz zu Roman Opalka
3.6.4 Die Interviews
3.6.4.1 Michael
3.6.4.2 Anna
3.6.4.3 Andy
3.6.4.4 Robin
3.6.4.5 Julius
3.6.4.6 Juliane
3.6.4.7 Zusammenfassung der Interviews

3.7 Nachstudie


Zusammenfassung

Kindliche Rezeptionsfähigkeiten

Grundschulspezifische Rezeptionsmethodik

Ausblick

Literaturverzeichnis