Rolf Niehoff / Rainer Wenrich (Hrsg.): Denken und Lernen mit Bildern.
Interdisziplinäre Zugänge zur Ästhetischen Bildung

Kontext Kunstpädagogik (hgg. von Johannes Kirschenmann, München, Maria Peters, Bremen, Frank Schulz, Leipzig)
Band 12,
München 2007, 280 Seiten ISBN 978-3-86736-112-5 € 18,80

 

Die Beiträge:

I Bilder und Bildung: Bildumgang in einem «literacy»-Konzept
Howard Gardner
Neue Bestandteile des Kunstunterrichts
Judith Barton
Einige Gedanken über das Zeichnen im Dienst des Verstandes
Anne Bamford
Image Ready: Die Bedeutung der visuellen Bildung
Ingo Rentschler
Giacomettis Hose oder vom Empfinden zum Verstehen des Kunstwerks

II Bildbezogene Empirie – Erkenntnisse über den Nutzen von Bildern
Ellen Winner
Denkweisen des praktischen Kunstunterrichts: Wie Kunstunterricht disziplinierte Denkmuster fördern kann
Shari Tishman / Patricia Palmer
Kunstwerke eignen sich zum Nachdenken
Lars Lindström
Kriterien zur Bewertung der kreativen Fähigkeiten von Schülernin den Bildenden Künsten

III orbis pictus, flickr und die Flut der Bilder
Johannes Bilstein
Das Können der Bilder
Ernst Rebel
Vom Sehen im Reden und Schweigen. Didaktisch orientierte Umgangsweisen der Bildbetrachtung
Wolfgang Ullrich
Bilder für alles. Die globalisierte Industrie der »stock photography«

IV Bilder zwischen Ethik und Ästhetik
Sybille Krämer
Die Welt – ein Spiel? Über die Spielbewegung als Umkehrbarkeit
Wolfgang Welsch
Ethische Konsequenzen der Ästhetik. Ein Plädoyer für ästhetische Bildung

V Körper als Bild – Körper im Bild
Gabriele Brandstetter
Tanzwissenschaft als Bildwissenschaft vom Körper. Beitrag zu einer zeitgenössischen Kulturwissenschaft
Barbara Vinken
Verkitschte Vanitas. Hegels Ende der Kunstperiode

VI Kognition und Sinnlichkeit
Ernst Pöppel
Auf der Suche nach der Landkarte des Wissens: Ein Interview mit Stefan Krempl
Wolf Singer
Was kann ein Mensch wann lernen?
Hans Dieter Huber
Die Sinnlichkeit des Wissens

 

Unsere Kultur ist von einem enormen Gebrauch an Bildern geprägt, und das wird sich zukünftig noch weiter verstärken. In der Vermittlung gesellschaftlich relevanter Themen am Beginn des 21. Jahrhunderts spielen Bilder und damit verknüpfte vielfältige Bildwelten eine dominante Rolle. Dem Fach Kunst, dem

einzigen Fach, in dem Bilder und das Umgehen mit Bildern im Zentrum stehen, fällt daher an den einzelnen Schularten eine besondere Bedeutung zu. Die Hirnforschung attestiert dem Kunstunterricht ein besonderes Potential in der Entwicklung

des bildlichen Wahrnehmungs- und Vorstellungsvermögens als notwendige Grundlage für die Herausbildung einer komplexen Intelligenz. Die Lernpsychologie stellt das durch den Kunstunterricht geförderte spielerisch-kombinatorische Auffinden von Lösungsstrategien heraus. Die Naturwissenschaften

profitieren von dem im Kunstunterricht geförderten Denken in bildhaft-anschaulichen Zusammenhängen als notwendige Erfahrungsgrundlage für das Entwickeln abstrakter Erkenntnisprozesse. Die Geisteswissenschaften machen immer

öfter didaktische und methodische Anleihen aus dem Fach Kunst. Der Kunstunterricht schafft demnach Grundlagen zur Auseinandersetzung mit Bildern und führt somit zu einem Verständnis der vielfältigen Bildwelten in unserer Kultur.

In den Beiträgen dieser Publikation wird der Versuch unternommen, aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Disziplinen die Bedeutung von Kunstunterricht herauszustellen, sich dem kulturell so wichtigen Thema »Bilzu nähern und Auseinandersetzungsformen mit vielfältigen Bildwelten zu schildern. Es werden Bildverstehensprozesse untersucht und die wechselseitige, interdisziplinäre Erweiterung von Bildverstehen und Bildwissen dargelegt. Diese Textsammlung wendet sich an alle, die am Fach Kunst und an Ästhetischer Bildung allgemein interessiert sind, an Lehrer, Schüler und Eltern, an Lehrende und Studierende an Hochschulen, an Ausbilder und Lehramtsanwärter in Studienseminaren, und auch an bildungspolitische Entscheidungsträger.