Geregelte Grenzüberschreitung

Das Spiel in der ästhetischen Bildung



Tanja Wetzel
Band 1 der Reihe Kontext Kunstpädagogik, München 2005, 268 Seiten, 3-938028-61-0, 18,80 €

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Wie kann das von Kant und Schiller geforderte zweckfreie Spiel der Erkenntniskräfte pädagogisch realisiert werden? Oder wird dadurch die Offenheit ästhetischer Erfahrung geopfert?

Ausgehend von einer sich so formulierenden Aporie Ästhetischer Bildung wird die These belegt, dass der Widerspruch zwischen dem pädagogisch formulierten Anspruch und der Offenheit des Ästhetischen als ein frei bewegliches Kräftespiel in der dialektischen Figur der Vermittlung geltend gemacht werden kann. Der damit verbundene Ausdruck eines „Spiel-Habens“ der Kräfte folgt dem Modell einer geregelten Grenzüberschreitung, dem entsprechend nur ein souveränes Aufs-Spiel-Setzen von Ordnungsstrukturen ihre Verschieb- und Ersetzbarkeit ermöglicht.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung


1. Kleine Phänomenologie des Spiels

1.1. Erkenntnistheoretische Vorbemerkung
1.2. Allgemeine Merkmale des Spiels
1.3. Der Un-Grund des Spiels als Zwist der Kräfte
1.4. Das reine Spiel
1.5. Spielraum als Differenz
1.6. Zeit-Spiel-Raum
1.7. Die relative Regel
1.8. Einsatz als Wagnis


2. Der verfemte Teil „Ästhetischer Erziehung“

2.1. Die Aporie ästhetischer Bildung
2.2. Vermittlung und Aneignung
2.3. Gesicherte Aneignung „Ästhetischer Erziehung“
2.4. Ästhetische Operationen
2.5. Anwendung, dekonstruktiv


3. Vom Zwist der Kräfte und dem Spiel ihrer Vermittlung

3.1. Ästhetik – Spiel als unabschließbarer Wechselbezug
3.2. Psychoanalyse – Spiel als Aufschub destruktiver Energien
3.3. Kulturökonomie – Spiel als Grenzüberschreitung


4. Marcel Duchamp: Spielplätze des Ästhetischen

4.1. Das Spiel als ästhetische Denkform
4.2. Die Regeln der Kunst
4.3. Diagramme statt Illusionen
4.4. Der kreative Akt
4.5. Das Spiel der äußeren Erscheinung
4.6. Zufall in der Dose
4.7. Das Große Glas: Trennen und Verzögern
4.8. Transversale Funktion
4.9. Das Readymade: Aufschieben und Differenzieren
4.10. Duchamp, kunstdidaktisch


5. Schluss


Literatur